Rede von Andrea Hufeland

Schulbezirke anpassen

Andrea Hufeland

Rede im Rat vom 16.03.2026 zu TOP 7.2 Anpassung der Schulbezirke der städtischen Grundschulen-Beschluss

Oldenburg wächst. Und mit der Stadt wachsen auch die Jahrgänge unserer Kinder. Das ist eine gute Nachricht, aber sie stellt unsere Schulplanung vor große Herausforderungen. Denn die Kinder kommen nicht dort zur Welt, wo zufällig noch Klassenzimmer frei sind. Sie kommen dort, wo neue Quartiere entstehen.

Das bedeutet: Manche Grundschulen platzen aus allen Nähten, andere haben freie Kapazitäten. Deshalb müssen wir jedes Jahr neu prüfen, wie Schulbezirke sinnvoll zugeschnitten werden können. Grundlage sind Einwohnerzahlen, Prognosen, Raumkapazitäten, sichere und kurze Schulwege und sozialräumliche Aspekte.

An dieser Stelle ein ausdrücklicher Dank an die Verwaltung, die Schulentwicklungsplanung und Herrn Freede für die sorgfältige Arbeit und die vielen Abwägungen.

Uns ist bewusst: Anpassungen von Schulbezirken bedeuten organisatorischen Aufwand für Familien und Schulen, etwa wenn Geschwister unterschiedliche Grundschulen besuchen. Aber sie werden nur dann vorgenommen, wenn sie langfristig notwendig sind.

Die heutigen Anpassungen betreffen mehrere Bereiche unserer Stadt: die Grundschulen Krusenbusch und Bümmerstede, Wallschule und Haarentor, die katholische Grundschule Harlingerstraße und Eversten, sowie die Neuordnung im Stadtwesten mit Wechloy, Hermann-Ehlers-Schule, Hogenkamp, Staakenweg, Haarentor und Bloherfelde.

Besonders im Stadtwesten sind größere Veränderungen notwendig. Durch die Erweiterung der Grundschule Wechloy um einen Zug müssen die Schulbezirke neu geordnet werden. Wir unterstützen, dass die Anpassung genutzt werden, um die sozialräumliche Durchmischung zu verbessern. Das Kennedyviertel wird künftig auf Bloherfelde und Staakenweg verteilt, und auch die GS Wechloy sowie die Hermann-Ehlers-Schule werden stärker einbezogen.

Gleichzeitig sehen wir aber: Die vierzügige Grundschule Bloherfelde wird laut Prognose weiterhin regelmäßig zusätzliche Klassen einrichten müssen. Hier müssen wir dringend weiter über echte Entlastungen nachdenken. Die Situation im Stadtwesten ist uns allen bekannt. Die Verwaltung hatte einen Vorschlag für einen neuen Grundschulstandort im Westen vorgelegt: eine strukturelle Lösung für unsere wachsende Stadt. Dass SPD, CDU und FDP diesen Vorschlag abgelehnt haben, ist nach wie vor aus unserer Sicht ein Fehler und keine nachhaltige Schulpolitik. Wir GRÜNEN teilen die grundsätzliche Kritik der Schulleitungen aus dem Stadtwesten. Diese bezieht sich insbesondere auf die ungleiche sozialräumliche Durchmischung der Schülerschaft und die teilweise entstehenden sehr langen Schulwege. 

Wir stimmen den heutigen Anpassungen zu, weil sie notwendig sind. Aber wir wünschen uns für die Zukunft mehr politischen Mut für die Entwicklungen in unserer Stadt, auch dafür neue Schulen zu bauen: dort, wo die Kinder leben.

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