Stadionneubau: Oberbürgermeister greift Entscheidung der Gesellschafter vor
Oldenburg. Mit deutlicher Irritation reagiert die Fraktion Bündnis 90/Die GRÜNEN auf die Ankündigung von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann, bereits am 08.05.2026 im Rahmen eines Pressegesprächs den „Siegerentwurf“ für den geplanten Stadionneubau vorzustellen. Aus Sicht der GRÜNEN wird damit eine Entscheidung vorweggenommen, die zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht getroffen ist. Die Gesellschafterversammlung der Stadiongesellschaft hat sich bislang nicht positioniert – mehr noch: Die Angebote werden ihr erst am 07.05.2026 überhaupt erstmals vorgelegt.
„Es ist vollkommen unangemessen, bereits im Vorfeld von einem Siegerentwurf zu sprechen und diesen öffentlich zu präsentieren, bevor die zuständigen Gremien entschieden haben“, erklärt Fraktionssprecherin Ruth Drügemöller für die Ratsfraktion. „Damit wird politischer Druck aufgebaut und der Eindruck erweckt, die Entscheidung sei längst gefallen. Das ist nicht akzeptabel.“
Die GRÜNEN kritisieren insbesondere den dadurch entstehenden erheblichen Zeitdruck: Zwischen der erstmaligen Vorlage der Angebote und der öffentlichen Präsentation eines angeblichen Siegerentwurfs liegt faktisch keine ernsthafte Zeit für eine sorgfältige Prüfung und Abwägung. „Wer Ergebnisse präsentiert, bevor sie beschlossen sind, stellt das Verfahren auf den Kopf“, ergänzt Fraktionssprecher Michael Wenzel. „Wir müssen die Angebote überhaupt erst vergleichen können. Eine fundierte Entscheidung unter solchem Zeitdruck ist nicht möglich.“
Die Fraktion sieht darin eine Schwächung der Rolle der Gesellschafterversammlung und letztlich auch der Entscheidungsfreiheit des Rates. Gerade bei einem Projekt dieser finanziellen Größenordnung sei ein transparentes, ergebnisoffenes und korrektes Verfahren unabdingbar.
Die GRÜNEN fordern den Oberbürgermeister daher auf, die Vorstellung eines sogenannten Siegerentwurfs erst nach einer ordnungsgemäßen Beschlussfassung mit ausreichend Zeit zur sorgfältigen Prüfung und Abwägung durch die Gesellschafter und den Rat vorzunehmen.