Pressemitteilung

Neue Flächen sparsam bebauen

Oldenburg braucht Wohnungen – sparsamer Umgang mit Flächen ist Voraussetzung

GRÜNEN Fraktion lehnt B-Plan Eßkamp ab: Zu viele freistehende Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese

Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN hat in der Sitzung des Bauausschusses am 27.08.2026 den Bebauungsplan Eßkamp abgelehnt. Ein wesentlicher Grund ist die vorgesehene Bebauung mit freistehenden Einfamilienhäusern. Auf rund einem Drittel der bebauten Fläche sind freistehende Einfamilienhäuser geplant, anstatt auch hier auf flächensparende Reihenhäuser, Doppelhaushälften oder Mehrfamilienhäuser zu setzen, wie auf dem übrigen Teil des Baugebietes.

„Dieses Verhältnis passt aus unserer Sicht nicht zu den Herausforderungen, vor denen Oldenburg steht“, erklärt Fraktionssprecherin Ruth Drügemöller. „Wir haben in Oldenburg nur noch sehr begrenzt freie Flächen auf der grünen Wiese zur Verfügung. Gleichzeitig wächst die Stadt und der Bedarf an Wohnungen ist hoch. Wenn wir neue Bauflächen ausweisen, müssen wir deshalb möglichst viel Wohnraum auf diesen Flächen schaffen.“ 

Der ehemalige Stadtbaurat Dr. Sven Uhrhan hat die räumliche Situation Oldenburgs einmal prägnant beschrieben: „Oldenburg kann nur in eine Richtung wachsen: nach oben.“
Für die GRÜNEN ist dies nach wie vor eine wichtige Leitlinie der Stadtentwicklung. Neue Baugebiete gehen zwangsläufig zulasten bislang unbebauter Flächen in der freien Landschaft. Diese Flächen sind endlich und können innerhalb der Stadtgrenzen nicht beliebig vermehrt werden. Deshalb muss bei jeder neuen Wohnbaufläche geprüft werden, wie effizient sie für die Schaffung von qualitativ hochwertigem Wohnraum genutzt werden kann.

„Wir sagen nicht, dass Einfamilienhäuser grundsätzlich keinen Platz in Oldenburg haben“, erklärt Fraktionssprecher Michael Wenzel. „Aber auf den wenigen großen neuen Flächen, die wir überhaupt noch für den Wohnungsbau entwickeln können, halten wir freistehende Einfamilienhäuser für die falsche Priorität. Wenn dort Einfamilienhäuser vorgesehen werden, sollten aus unserer Sicht zumindest flächenund energieeffizientere Doppel- oder Reihenhäuser entstehen. Noch sinnvoller ist eine verdichtete Mehrfamilienhausbebauung, weil damit auf derselben zu versiegelnden Fläche für deutlich mehr Menschen Wohnraum geschaffen werden kann.“

Oldenburg ist bereits stark durch Einfamilienhausgebiete geprägt. Gerade im Bestand gibt es auf vielen Grundstücken und insbesondere auf Hinter- und Gartengrundstücken noch erhebliche Potenziale für zusätzliche freistehende Einfamilienhäuser. Diese Potenziale sollten zunächst genutzt werden, bevor für diese Wohnform neue Freiflächen in Anspruch genommen werden.

„Oldenburg ist eine wachsende Großstadt und keine ländliche Gemeinde mit unbegrenzten Siedlungsflächen“, betont Drügemöller. „Wir müssen deshalb anders mit Grund und Boden umgehen. Unser Ziel muss sein, möglichst vielen Menschen guten und bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen, ohne dafür immer neue Freiflächen zu verbrauchen.“

Die GRÜNEN vertreten diese Position bereits seit Beginn der laufenden Ratsperiode. Bei der Ausweisung neuer Wohnbauflächen hat die Fraktion wiederholt darauf hingewiesen, dass die Stadt mit ihren verbliebenen Flächen besonders sorgfältig umgehen muss.

„Unsere Haltung ist seit Jahren bekannt. Wir bringen sie nahezu in jeder Sitzung des Bauausschusses zur Sprache“, so Wenzel. „Wenn wir über neue Baugebiete entscheiden, dürfen wir nicht nur fragen, was gebaut werden kann. Wir müssen vor allem fragen, wie viel Wohnraum wir auf der dafür in Anspruch genommenen wertvollen Fläche schaffen können.“

Der B-Plan Eßkamp ist aus Sicht der GRÜNEN ein Beispiel für eine Entwicklung, bei der dieses Potenzial nicht ausreichend genutzt wird. Die Fraktion hat dem Bebauungsplan daher nicht zugestimmt.

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